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Kinder & Fehlsichtigkeit – die Früherkennung

Kinder sind neugierig und wollen die Welt entdecken. Eine optimale Entwicklung der Sinne ist hierfür die Grundlage. Zur vollen Sehentwicklung gehört auch, dass das Kind in der Lage ist, eine scharfe Abbildung auf seiner Netzhaut zu erhalten, um so eine volle Sehschärfe zu erlangen. Dies ist nur möglich, wenn das Auge keine relevante Fehlsichtigkeit aufweist. Bereits Kleinkinder und Vorschulkinder können von korrekturbedürftigen Fehlsichtigkeiten betroffen sein. In diesem Alter fällt eine Fehlsichtigkeit den Eltern meist noch nicht auf, es sei denn, dass ihr Kind schielt oder sehr nahe an Objekte herangeht. Es lohnt sich, diese relevanten Fehlsichtigkeiten frühzeitig zu erkennen, da dann die Therapie wesentlich erleichtert wird. Wenn eine Fehlsichtigkeit zu spät erkannt wird, kann manchmal eine volle Sehleistung nicht mehr erreicht werden, auch nicht mit den besten Brillen, Kontaktlinsen oder späteren Operationen, da die Phase der Sehentwicklung zeitlich begrenzt ist. Ab ca. 8 bis 10-jährig kann es bei Fehlsichtigkeiten, trotz einer Brillenkorrektur, deutlich schwieriger sein, noch eine volle Sehschärfe zu erreichen. Manchmal ist es sogar gar nicht mehr möglich. Korrekturbedürftige Fehlsichtigkeiten sollten daher bereits vor dem 5. Lebensjahr entdeckt und behandelt werden.

Ursachen einer Fehlsichtigkeit bei Kindern

Oft sind Fehlsichtigkeiten genetisch bedingt, also wenn ein oder beide Elternteile (oder andere direkte Verwandte wie Grosseltern) bereits als Kind eine Brille getragen oder keine volle Sehleistung an beiden Augen entwickelt haben. Nicht selten aber ist ein Kind das erste Mitglied in der Familie, das eine Brille benötigt, oder das Kind erhält die Brille früher, als es bei seinen Eltern der Fall war.

Einige Schielformen gehen auch mit Fehlsichtigkeiten einher, so zum Beispiel die Weitsichtigkeit. Kinder, die frühgeboren sind, sind ebenfalls häufiger Fehlsichtigkeiten betroffen. Diese Kinder werden in der Regel von den Kinderärzten zu augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen geschickt. Zudem kommen bei speziellen Augenerkrankungen und systemischen Krankheiten ebenfalls häufiger Fehlsichtigkeiten vor.

Formen von Fehlsichtigkeiten bei Kindern

Bei den Fehlsichtigkeiten unterscheidet man die Weitsichtigkeit (auch Hyperopie genannt), die Kurzsichtigkeit (Myopie) und die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Von Ungleichsichtigkeit (Anisometropie) spricht man, wenn zwischen den Augen ein relevanter Unterschied in der Fehlsichtigkeit besteht, beispielsweise, wenn ein Auge stark, das andere dagegen kaum weitsichtig ist. Bei Kindern im Vorschulalter sind vor allem eine unkorrigierte Weitsichtigkeit, eine Ungleichsichtigkeit und eine Hornhautverkrümmung ursächlich für eine ungenügende Sehentwicklung. Kurzsichtigkeiten dagegen spielen eher ab dem Kindergarten- und Schulalter eine Rolle.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtige Menschen sind nicht in der Lage, in der Ferne scharf zu sehen. In der Nähe sehen sie in der Regel scharf. Aufgrund der kindlichen Entwicklung sind die allermeisten Kinder im Säuglings-, im Kleinkindesalter und oft im Vorschulalter weitsichtig oder normalsichtig. Die Kurzsichtigkeit entwickelt sich oft im Schulalter. Kinderaugen wachsen mit zunehmendem Alter etwas in die Länge. Wachsen die Kinderaugen jedoch überproportional stark, dann entwickeln sie eine Kurzsichtigkeit (meist eine Achsen-Myopie). Hierfür spielen erbliche Gründe eine Rolle, aber es wurde auch über die letzten Jahrzehnte weltweit beobachtet, dass der Anteil der kurzsichtigen Kinder und Jugendlichen stark zunimmt. In gross angelegten Studien wurde beobachtet, dass für die normale Augenentwicklung das natürliche Tageslicht im Freien essentiell ist, und dass Pausen zwischen längerer Naharbeit (z.B. Lesen, kleinteiliges Basteln, Arbeiten am Tablet etc.) sehr wichtig sind. Dennoch gibt es Kinder, welche eine Zunahme der Kurzsichtigkeit erfahren. Diese Kinder können wir augenärztlich mit speziellen Brillengläsern (Multisegment-Brillengläser), minimal dosierten Atropin-Augentropfen oder speziellen Kontaktlinsen behandeln, um die Zunahme der Kurzsichtigkeit zu drosseln. Wir beraten Sie und Ihre Kinder gerne.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei einer Weitsichtigkeit ist das Sehen in der Nähe beeinträchtigt. Besonders bei Kindern (bereits im Kleinkindesalter und Vorschulalter) ist es sehr wichtig, höhere Weitsichtigkeiten nicht zu verpassen. Je jünger das Kind, desto mehr spielt sich die Sehentwicklung in der Nähe ab. Ist ein Kind nicht in der Lage, in der Nähe scharf zu sehen, wird die Sehentwicklung beeinträchtigt, so dass es trotz anatomisch normal gebauten Augen zu einer lebenslänglich bleibenden Sehschwäche kommen kann (einer sogenannten Amblyopie). Kinder mit einer stärkeren Weitsichtigkeit neigen sehr häufig zu einem Innenschielen, welches unbehandelt zu einem Verlust von dreidimensionalem Sehen führt und zu einer einseitigen Sehminderung. Dreidimensionales und beidäugig vollwertiges Sehen sind für viele Berufe sehr wichtig. Eine zeitgerechte Abklärung beim Kinderarzt, insbesondere bei familiärer Vorbelastung, bei Verdacht auf ein Schielen oder bei Hinweisen auf eine Sehminderung, ist essentiell. Wir als Kinderophthalmologen empfehlen daher eine Vorsorgeuntersuchung bei allen Kindern im Alter zwischen 1.5 und 2.5 Jahren.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Hierunter versteht man eine, optisch gesehen, nicht ideale Krümmung der Hornhaut. Dadurch werden beim Sehen Punkte im Auge nicht als Punkte, sondern als Linien abgebildet. Es kommt also zu Bildverzerrungen. Der Grund liegt meist darin, dass die Hornhaut, welche am meisten für die Bildschärfe verantwortlich ist, einen nicht ideal runden Durchmesser und keine perfekte runde Wölbung aufweist, sondern meist leicht eliptisch verzogen ist. Bei vielen Kindern ist das erblich angelegt. Manchmal ist das Kind aber auch das erste Familienmitglied mit einer korrekturbedürftigen Hornhautverkrümmung. Mittels einer Brillenkorrektur wird in der Regel wieder ein scharfes Bild auf der Netzhaut möglich. Das heisst, dass die Verzerrungen optisch korrigiert werden können, so dass wieder eine sehr gute Sehentwicklung möglich ist. Auch bei Klein- und Vorschulkindern ist es sehr wichtig, diese Fehlsichtigkeit frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu versorgen.

Schwachsichtigkeit (Amblyopie)

Schwachsichtigkeit bezeichnet eine im Kindesalter erworbene Sehminderung oder eine unvollständig entwickelte Sehleistung mit deutlichem Verbesserungspotiential bis zum Alter von ca. 10- bis 12-jährig bei entsprechender fachärztlicher Behandlung. Das Verbesserungspotential ist dabei umso grösser, je jünger die Kinder sind. Nach Abschluss der visuellen Entwicklung im Alter von ca. 10- bis 12-jährig, selten älter als 12-jährig, kann die Sehleistung auch mit einer Brille kaum bis höchstens minimal verbessert werden, unabhängig von der Ursache. Bei starken, neu entdeckten Fehlsichtigkeiten ist eine volle Sehentwicklung, selbst mit einer Brille, manchmal sogar ab ca. 7-jährig nicht mehr möglich.

Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Häufige Gründe sind ein Schielen und eine nicht korrigieirte Fehlsichtigkeit. Weiter gibt es seltenere Gründe, zum Beispiel hängende Lider (Ptosen), Linsentrübungen (oft angeborene ausgeprägte bis minimale Trübungen, sog. kongenitale Katarakte), Hornhautveränderungen (z.B. bei schweren Blepharokeratokonjunktivitiden oder Herpes) oder Veränderungen des Sehnervs.

Zur Behandlung der Amblyopie ist bei Fehlsichtigkeiten eine Brillenversorgung essentiell. Wenn nur ein Auge betroffen ist, ist eine Abdecktherapie des besser sehenden Auges zur Förderung der Sehentwicklung des schwächeren Auges nötig.

Ungleichsichtigkeit (Anisometropie)

Bei einer Anisometropie liegen unterschiedliche Brechkräfte der Augen vor. So kann es vorkommen, dass ein Auge normalsichtig ist, und das andere Auge eine korrekturbedürftige Fehlsichtigkeit aufweist. Bei Kindern fällt die Anisometropie ohne einen Sehtest meist nicht auf, es sei denn, sie ist sehr stark ausgeprägt, und das Kind beginnt zu schielen, weil es auf einem Auge kaum sieht. Wird die einseitige Fehlsichtigkeit nicht bemerkt, kann sich die volle Sehleistung des betroffenen Auges aufgrund des fehlenden scharfen Bildes auf der Netzhaut nicht entwickeln, und es kommt zur einseitigen Schwachsichtigkeit (Amblyopie). Daher sind apparative Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt / bei der Kinderärztin sinnvoll und wichtig. Bei Verdacht auf eine Ansiometropie sollte eine umgehende kinderaugenärztliche Untersuchung erfolgen.

Professionelle Behandlung von Fehlsichtigkeiten

Es ist wichtig, dass stärkere Fehlsichtigkeiten im Kleinkindes- und Kindesalter frühzeitig erkannt und behandelt werden, um möglichst eine vollständige visuelle Entwicklung zu erreichen. Das Ausmessen der Kinderaugen ist anspruchsvoll und benötigt gerade bei jüngeren Patienten nebst Fachwissen und fachlichen Fertigkeiten viel Erfahrung und Einfühlsvermögen. Als Kinderaugenärztinnen sind wir geübt und erfahren im Umgang mit Kindern ab dem Säuglingsalter bis hin zu den Jugendlichen.

Eine genaue Untersuchung der Fehlsichtigkeiten bei Kindern benötigt spezielle pupillenerweiterende Augentropfen. Daher empfiehlt es sich bei der Vereinbarung des Termins, insbesondere bei älteren Kindern, daran zu denken, dass insbesondere die Nahsicht über 6 bis 8 Stunden eingeschränkt, also das Lesen erschwert ist, und aufgrund der grösseren Pupillen eine erhöhte Blendempfindlichkeit besteht.

Die Wahl der passenden Kinderbrille

Nicht nur die korrekte augenärztliche Verschreibung des Brillenglasses ist essentiell für eine Versorgung der Fehlsichtigkeiten, sondern auch die Wahl der passenden Kinderbrille. Diese soll anatomisch gut sitzen, so dass sie auch beim Herumtollen und beim Sport nicht rutscht. Besonders bei Kleinkindern und Kindern mit Schielen oder mit Anisometropien (Ungleichsichtigkeiten) ist es essentiell, dass die Brille bestmöglichst sitzt und die Kinder nicht über den Brillenrand schauen, damit ihre Sehleistung verbessert werden kann. Die Brille sollte auch nicht zu gross sein, also nicht mit dem Gestell auf der Haut aufliegen. Denn das führt oft dazu, dass die Brille beschlägt und die Kinder nicht mehr durch die Gläser sehen, weshalb sie die Brille dann nicht tragen wollen oder sie diese vorzeitig abnehmen. Es gibt noch weitere Gründe, weshalb eine fachgerechte Brillenanpassung bei Kindern sehr wichtig ist. Spezialisierte Kinderbrillenfachgeschäfte helfen Ihnen bei der passenden Wahl der Brille. Sollten Sie es wünschen, unterstützen wir Sie und Ihr Kind gerne dabei, den entsprechenden Fachoptiker zu finden.

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